HPG Salzburg

 

Heilpädagogische Gesellschaft Österreich
Landesgruppe Salzburg
5020 Salzburg
Klessheimer Allee 81
Tel. 0043 662 433091-43
Fax 0043 662 433091-10
hpg-salzburg@drei.at

Ansprechpartner:
Dr. Georg Weiss


Vortrag mit Workshop

Frühe gezielte und effektive Behandlung von

Kindern mit

frühkindlichem Autismus

nach m dem Early Start

Denver Model

Wir arbeiten schon lange mit jungen Kindern mit Autismus, konnten aber durch die Therapiemethode ESDM, die wir seit gut 2 Jahren anwenden, die Qualität unserer Arbeit noch deutlich verbessern. Dabei steht das Kind mit seinen individuellen Stärken und Schwächen im Mittelpunkt, mit dem Ziel es für die soziale Welt zu öffnen. Das Motto des ESDM lautet "find the smile", was unserem therapeutischen Verständnis genau entspricht.

Wir erkannten daher, dass genaue Beobachtung des kindlichen Verhaltens und sehr schnelles gezieltes Reagieren darauf, Prinzipien sind, die auch in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit mit Kindern, die andere ausgeprägte Entwicklungsbeeinträchtigungen haben, sehr hilfreich sind.

Wir wollen neben theoretischem Hintergrund dazu vor allem Videobeispiele präsentieren, die diese Arbeitsmethode anschaulich zeigen.

 

Referenten :

Mag. Judith Sams,

Klinische Psychologin u. ESDM Therapeutin, Leiterin des Tagesklinikteams am Institut für Heilpädagogik und Mitarbeiterinnen der Tagesklinik:

Agnes Berner, Michaela Brückl, Karin Erban-Eder, Martina Bernhofer

Wann: Freitag, 27. April 2018

Vortrag und Diskussion und Workshop: 15 - 17,45 Uhr

Für Kaffee und Kuchen wird von uns gesorgt.

Wo: Institut für Heilpädagogik, Klessheimer Allee 81, Salzburg

 

Kosten: Für Mitglieder der Heilpädagogischen Gesellschaft frei.

Für Nichtmitglieder: € 15.-

 

bitte um Anmeldung an

Institut für HP, Klessheimer Alle 81, 5020 Salzburg

oder tel. 0662-433091,oder per email: georg.weiss@salzburg.gv.at

 

------------------------------------------------------------------------------------Zusammenfassung des Vortrags :


"Hirnforschung, pädagogisches Handeln und schulisches Lernen"

Referent:Dir. Peter Schwarzmann,
Leiter des SPZ 21/2 in Wien

vom Samstag, 24. November 2012,

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich für das pädagogische Denken und Handeln eine entscheidende Entwicklung ergeben. Hirnforscher (z.B.: Joachim Bauer, Gerald Hüther, Manfred Spitzer und viele andere) traten ganz bewusst in die Öffentlichkeit, um ihre Erkenntnisse über Vorgänge im Gehirn in der Gesellschaft, vor allem aber im Bereich des Lernens und der Schule, bekannt zu machen. Moderne bildgebende Verfahren (z.B. Magnetresonanztomographie) machten es möglich, dem Gehirn „beim Lernen“ zuzuschauen.

Noch nie zuvor konnte so klar dargestellt werden, dass wir als Eltern, wir als Pädagoginnen und Pädagogen durch unser (pädagogisches) Handeln tatsächlich nachhaltige Veränderungen und Entwicklungen im kindlichen Gehirn auslösen.
Joachim Bauer spricht davon, dass wir im Gehirn „aus Pädagogik und Psychologie Biologie machen“. Ganz klar kann gezeigt werden, welche Mechanismen im Gehirn bei positiven, genauso aber auch bei negativen Erfahrungen ausgelöst werden.

Vorgänge bei positiven Erfahrungen:

Es konnte nachgewiesen werden, dass erfolgreiches Handeln oder die Erwartung solcher Erfahrungen im lymbischen System (Teil des Gehirns, wo Gefühle verarbeitet werden) das sog. „Belohnungssystem“ aktiviert. Hierbei kommt es zur Ausschüttung des Botenstoffes Dopamin, welcher zu erhöhter Aktivität des Frontalhirns, also der Steuerzentrale des menschlichen Gehirns, führt. Zusätzlich entsteht im Gehirn durch sog. endogene Opioide „ein gutes Gefühl“, also ein subjektiver Belohnungseffekt. Zahlreiche Erfahrungen von erfolgreichem Handeln (Kompetenz und Selbstwirksamkeit) verstärken neurologische Verbindungen und die Gehirnaktivität. Motivation, Anstrengungsbereitschaft und Freude an Leistung entsteht! Dazu kommt, dass die Erfahrung, eine Bedeutung für einen anderen Menschen zu haben, für das Lernen zentral wichtig ist! Die Wahrnehmung von sozialer Akzeptanz treibt die Motivationssysteme an!
„Gelernt wird immer dann, wenn positive Erfahrungen gemacht werden, … wobei klar sein muss, dass für den Menschen die positive Erfahrung schlechthin in positiven Sozialkontakten besteht.“
(Manfred Spitzer)

Vorgänge im Gehirn bei Angst, Stress, sozialer Vernachlässigung oder Bedrohung:

Ebenfalls im lymbischen System gibt es die sog. „Mandelkerne“ (lat. Amygdala). Diese Teile des Gehirns schalten sich immer dann ein, wenn wir uns in einer „Gefahr“ befinden. In Bruchteilen von Sekunden werden Botenstoffe wie Adrenalin und Cortisol im Körper ausgeschüttet. Diese Botenstoffe führen dazu, dass im Gehirn Synapsen blockiert werden und im Körper alles auf Kampf oder Flucht (Erhöhung der Herzfrequenz, Anspannung der Muskulatur, …), in ausweglos erscheinenden Situationen auch auf „Totstellen“, geschaltet wird.

Die Auswirkungen von sozialer Vernachlässigung, sozialer Ausgrenzung und Diffamierung, sowie andauerndem Misserfolg können heute ganz klar gezeigt werden.

Das Gleichgewicht zwischen den Neurotransmittern (Dopamin, Oxytocin, …) und ihren Rezeptoren verschiebt sich vollkommen. Längerfristig gibt es weniger Fasern, die Dopamin und Serotonin ausschütten, das körpereigene Belohnungssystem arbeitet nur mehr eingeschränkt. (vergl. Prof. Anna Katharina Braun)


Konsequenzen für das pädagogische Handeln:

Wenn nun doch relativ klar ist, welche Mechanismen im Gehirn durch unterschiedliche pädagogische und soziale Situationen in Gang kommen, so können daraus Überlegungen abgeleitet werden, wie Sozialisationsprozesse und „Lernen“ gestaltet werden sollten.
In Schulen als wichtiger Ort für Lern- und Sozialisationsprozesse, werden individuelle Persönlichkeiten in ihrer Entwicklung gefördert oder beeinträchtigt. Daher sollten die Erkenntnisse der Hirnforschung in Schulentwicklungsprozessen berücksichtigt werden.
Das nachfolgende „Netz der präventiven Maßnahmen und helfenden Prinzipien“ bietet die Möglichkeit, in verschiedensten Bereichen gezielt diese Förderprozesse zu planen und umzusetzen.


Netz der präventiven Maßnahmen und helfenden Prinzipien

1. Die Teamschule

Umgangskultur im LehrerInnenkollegium
SchülerInnen lernen am Modell


WEG: Verbesserte Binnenkommunikation und
Überwindung des„Einzelkämpfertums“-

Das LehrerInnenkollegium vom „sozialen
Zufallsgebilde“ zum lebendigen Ganzen


• Teamarbeit

• Aufbau eines Wertschätzungsklimas

• Aufarbeiten aktueller Meinungsunterschiede und zurückliegender Kränkungen (Supervision, ev. Mediation)

• unbeirrbares, geduldiges Wirken der Reforminteressierten

• „Lockerung des Bodens“:
informelle Veranstaltungen, Feste, Spiele, Gesprächsnischen
Fortbildung, Ausflüge usw.

• Verstärkung und Beachtung allen Gemeinsamen

• Vernetzung aller Gruppen und Arbeitskreise

• kräftige Abwehr von Mobbing-Ansätzen, Intrigen, Gerüchtebildung und Diffamierung

• positive Gedankenlenkung im Kollegium

• Menschenbildreflexionen bei der Fortbildung

• Fortbildung in der Stressverarbeitung, durch die Hektik
und „verbale Gewalt“ in der Schule überwunden werden

2. Stärkung des Personenbezugs

das Klassenlehrerprinzip – Überschaubarkeit


• Große Stundenanteile des Klassenvorstandes,
bzw. Einrichtung von Jahrgangsteams


• Co-Teaching oder Team-Teaching


• Einschränkung des Fachlehrerprinzips


• Planung, die auch eine Raumidentifikation
bei Schülern zulässt (wohnliche Gestaltung)


• Bereitstellung von Information,
wo einzelne SchülerInnen gegebenenfalls Rat suchen können


• Weitgehende Koordinierung des Erziehungs-
bzw. Führungsstils in der Schule


• Schulveranstaltungen (Projektwochen, mehrtägige Wandertage,...) und Unternehmungen mit der Klasse


• „Informelle Präsenz“ z.B. während der Pause für persönliche
Gespräche und Begegnungen der LehrerInnen mit den Kindern,
„Bildung von Interessensgemeinschaften“

3. Achtsamkeit in der Schule:

Minderung der Reizbilanz


• Konsequente Angebote der Stille-Erziehung:
Regelmäßige Entspannungsübungen mit SchülerInnen,
Stilleübungen, Meditation, Musikhören,
Entspannung durch Berührung (z.B. Tennisballmassage)

Fortbildung über die leisere Lehrerstimme,
Möglichkeiten der „nonverbalen Unterrichtsführung“

z.B. Seminare bei Pearl Nitsche: www.pearls-of-learning.com

• Vermeidung von unnötigem Lärm:
falscher Bodenbelag, fehlende Akustikdecken, ...
unzureichende Dämmung zu belebten Straßen hin,
nicht durchdachte Aufenthaltsregelung bei Pausen,
unzureichende „passive“ Aufsicht,
unzureichende Thematisierung des Lärmproblems u. v. m.


• Vermeidung von unnötigem Raum- und Personenwechsel:
ungünstige Stunden- und Raumpläne,
Erschwernisse bei der Einrichtung von Blockstunden und
ganzheitlichen Arbeitsphasen,
Diskontinuität in der Klassenleitung.


• Vermeidung von unruhefördernder Unterrichtsgestaltung:
konzentrationsmindernde Methoden (z.B.: langandauernde Phasen
des fragenden Unterrichts, ...)


• Vermeidung von Organisationsunruhe durch Unpünktlichkeit:
zu lange Wartezeiten vor verschlossenem Klassenzimmer,
Unpünktlichkeit der Lehrer sowie unklare Organisationsanweisungen
(z. B. bei Vertretung, Supplierung)


4. Die Aktivierung im Unterricht:

Freiarbeit, Projekte, lebensweltliche Inhalte


• Einschränkung des Frontalunterrichts:
da wenig Chancen zum individuellen Lehrer-Schüler-Gespräch und
zur Aktivierung der SchülerInnen


• Offener Unterricht (Freiarbeitsphasen, Tagespläne, Wochenpläne)


• Bevorzugung lebensweltlicher und konkreter Lerninhalte,
in der Schlüsselprobleme heutiger Lebensbewältigung
eine Rolle spielen


• Unterricht, der auf Kreativität abzielt, der Fehler, Fragen,
Experimente zulässt und Interessendifferenzierung ermöglicht


• Einrichten einer „Forscherwerkstatt“ ®, in der selbstständiges naturwissenschaftliches Forschen mit vorbereiteten
„Forscherkisten“ ® verbunden mit Präsentationen vor der Klassen-gemeinschaft möglich ist.


• Didaktische Konferenzen mit dem Ziel der Koordination,
der gegenseitigen Information im Vorfeld fachüber-
greifenden Lehrens und Lernens
(Projektentwicklung, Materialbörse, Markt der Ideen)


• Regelmäßige Rückmeldung (vor allem auch positive)
an SchülerInnen, ihr Engagement und ihre persönlichen Fortschritte
betreffend (Feedback – Kultur)

5. Stärkung des Selbstwertgefühls
und der sozialen Kompetenzen

die persönlichkeitsfördernde Schule


SOZIALES LERNEN – KOOPERATIVES KONFLIKTMANAGEMENT


Konsequente, regelmäßige Angebote zur Förderung
der Selbstwahrnehmung (Selbstwertgefühl),
der sozialen Kompetenzen, Regelverständnis,
der Gesprächs- und Konfliktfähigkeit,
der Selbstwirksamkeitserfahrung

Arbeit in geschlechtshomogenen Gruppen:

Mädchenarbeit - Bubenarbeit !!!

• Übungen zum Kennenlernen


• Übungen zu Förderung der Kommunikation und der Gruppenbildung


• Übungen zur Stärkung der Selbst- und Fremdwahrnehmung


• Übungen zum Erleben von Vertrauen, Offenheit und Echtheit


• Übungen zum Umgang mit Entscheidungen, Normen und Konflikten


• Regelmäßige Lehrer-Schüler-Konferenzen in den Klassen


• Ausbildung von MediatorInnen

6. Individuelle Leistungsbewertung – individuelle Erfolgserlebnisse:

die erfolgreiche Schule


Den individuellen Stärken und Schwächen der Kinder wird
nicht ausreichend Rechnung tragen.
Nahezu ausschließlich werden „kognitive“ Leistungen überprüft
und bewertet.
Für personale und soziale Leistungen existieren oft weder Beobachtungskriterien noch Bewertungssysteme.
Mangelnde Erfolgserlebnisse führen in den Teufelskreis
„Lernstörung – Verhaltensstörung“.


• Klärung der individuellen Leistungsfähigkeit des Kindes
(im kognitiven, personalen und sozialen Bereich)

• Erstellung verschiedener Leistungsbereiche unter
Berücksichtigung der Interessensdifferenzierung

• Erarbeiten von Beobachtungs- und Bewertungssystem

• Erstellen individueller Erfolgsbilanzen mit einzelnen Kindern
( Eintragungen in persönliches Wappen, …)

• Einsatz von Verstärkersystemen (z. B. Tokensystem = Erfolg visualisieren und „ansparen“)

• Abhaltung von Kindersprechtagen (-stunden)

• Erfolgsdokumentation – Mappe des Erfolges
- wöchentliche „Ich bin stolz – Runde“ oder „Pokalrunde“

• Einsatz von alternativen und differenzierten Formen
der Leistungsfeststellung und -beurteilung
(diff. Schularbeit, Pensenbuch,
KDL - kommentierte direkte Leistungsvorlage, Feedbackstern,...)


7. Atmosphärische Gestaltung:

die kindgerechte – bedürfnisorientierte Schule

Was Kinder glücklich macht wird laut einer Studie wie folgt gereiht:

1. Natur, Tiere
2. Freunde, Freiraum
3. Familie, zuhause
4. Freizeitaktivitäten
5. TV, PC
6. In der Stadt unterwegs
7. Faul herumliegen
8. Mitarbeit zuhause
9. Kirche
10. Schule (Schule steht an letzter Stelle!!)

Schule müsste Bedürfnisse ihrer Kinder wahrnehmen und ergänzend
zu den Abschnitten 3, 4 und 5 des Netzes der helfenden Prinzipien entsprechende Angebote schaffen.


• kindgerechte Gestaltung des Klassenraumes unter Mitsprache und Beteiligung der Kinder

• Möglichkeiten für eine sinnvolle Pausenbeschäftigung (Spiele, Bewegung, Kommunikation, Umsetzung persönlicher Interessen, ...)

• Einrichtung kommunikativer Plätze im Schulhaus
(gemütlicher Sitzecken, Zeit, ...)

• Tiere in der Schule (z.B. Aquarium, Therapiehund, ...)

• Angebote zur Stillung von Hunger und Durst
(Schulbuffet, Getränke, ...)

• Kulinarisches im pädagogischen Alltag der Klasse
Motto: „Füttere deine Kinder und sie fressen dir aus der Hand!“
(z. B. gemeinsames Frühstück, regelmäßige Feste des Erfolges verbunden mit einem kleinen Buffet, ...)


8. Gelebte Schulpartnerschaft – Elternarbeit:

wertschätzendes Miteinander


Einbindung der Eltern in den Unterrichts- und Erziehungsprozess.

Mitgestalten und mitentscheiden der Eltern gemeinsam mit LehrerInnen
und Kindern

Aufbau einer positiven, wertschätzenden Beziehung zwischen
LehrerInnen und Eltern (besonders beim Auftreten von Lern- und Verhaltensschwierigkeiten bedeutsam)

Oft hohes Maß an Unterstützung zur Bewältigung von persönlichen Erziehungsproblemen von Eltern notwendig (Beratung, Vermittlung, ...)


• regelmäßiger POSITIVER Elternkontakt
Eltern sind nicht zum „Frustablassen“ für LehrerInnen da!
(positive Eintragungen ins Mitteilungsheft – Lobmitteilung,
positives, telefonisches Feedback, Einladung der Eltern
zu „Festen des Erfolges“, Treffpunkt Schule, ...)


• spezielle Elternseminare für bestimmte Klassen zu spez. Themen
(z.B. im Rahmen von Projekten, ...)
= „projektbegleitende Elternseminare“


• Einbeziehung der Eltern in die Gestaltung
von Schulordnung bzw. Regelerstellung


• Einbeziehen der Eltern bei Erstellung von Sanktionskatalogen
und Wiedergutmachungsmöglichkeiten


• Mitarbeit im Rahmen des Schulentwicklungsprogramms


9. Orientierung, Grenzen, Sanktionen:

die haltgebende Schule


Kinder können in der Schule lernen, dass das Hineinwachsen in eine Gemeinschaft mit dem Erlernen und Akzeptieren von Regeln und dem Einhalten von Vereinbarungen verbunden ist.


LehrerInnen schaffen mit den Kindern entsprechende Vertragsgrundlage (Regeln), in der verbindliche Verhaltensweisen definiert und deren Einhaltung abgesichert wird.

- Regeln müssen „eingeübt“ werden.

- Jedes Kind führt ein „Regel- und Vereinbarungsheft“.

LehrerInnen und DirektorIn nehmen sich bewusst Zeit, um
positives Regelverhalten zu würdigen und reagieren nicht nur
bei Regelverstößen.


Alle in den Punkten (1 – 8) vorher genannten Möglichkeiten
stellen den wesentlichsten Teil dieses gemeinsamen Weges dar. Letztendlich aber kann sich keine Gemeinschaft der Frage entziehen, wie sie mit Grenzüberschreitungen und Vertrags-brüchen umgeht.


Jede Schule müsste eine Zusammenstellung von im Schulsystem akzeptierten Vorgehensweisen und Sanktionen gemeinsam erarbeiten und in Abstimmung auf die jeweils individuelle Situation einsetzen.


„KONSEQUENZEN – SANKTIONEN “


Nicht die traditionelle Darstellung von Macht und blindem Gehorsam soll Eingrenzungen bestimmen, sondern die folgenden Prinzipien:


• Eine Sanktion bleibt in der Nähe der Übertretung


• Sie ist vor allem mit Wiedergutmachung verbunden, wobei dem Aspekt der Wiedergutmachung eine zentrale Bedeutung zukommt.
(Eine Sammlung – z.B. Kärtchen – mit Möglichkeiten der
Wiedergutmachung ist hier sehr hilfreich)


• Sanktionen sollen kreativ und kommunikativ mit
den Betroffenen erarbeitet und abgestimmt werden
(vgl. gemeinsam erstellter Sanktionskatalog)


• Sanktionen sollen klar und bestimmt,
aber nicht schematisch und „cool“ erfolgen.


• Konsequenzen müssen unmittelbar erfolgen.


• Konsequenzen dürfen absolut nie auf die Einschränkung
des Selbstwertgefühls (bloßstellen, auslachen, beleidigen,
herabwürdigen, usw.) abzielen!